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Ein Morgen am Bienenstock

Vor dem Wachs, vor dem Docht: ein Besuch im Morgengrauen bei den kleinen Imkereien, in denen jede Kerze beginnt.

Hände in Handschuhen halten einen Rahmen mit Honigwaben

Imker fangen früh an. Bevor der Tag warm wird, ist der größte Teil des Volkes noch im Stock, und die Bienen sind ruhig. Um halb sieben brennt der Smoker, der Schleier sitzt, und der erste Deckel löst sich mit dem leisen Knacken nachgebender Propolis.

Jede Kerze, die wir machen, beginnt hier, lange bevor jemand an Dochte denkt. Wir kaufen unser Wachs bei kleinen europäischen Imkereien, die meisten mit ein paar Dutzend Völkern, manche mit nur einem Dutzend. Wann immer wir können, besuchen wir sie. So sieht einer dieser Morgen aus.

Den Bienenstock öffnen

Rauch wird sparsam eingesetzt: Ein paar Züge am Flugloch und unter dem Deckel genügen, damit die Bienen ruhig bleiben. Die Rahmen werden einzeln herausgenommen, gegen das Licht gehalten und langsam gedreht. Jeder verrät etwas über das Volk: wie viel Brut es gibt, ob die Königin legt, wie viel Honig eingelagert ist.

In den oberen Zargen liegt der Honig. In einer guten Woche sind ihre Rahmen schwer und mit einer hellen Schicht frischen Wachses verschlossen, den Zelldeckeln. Wegen dieser dünnen Schicht sind wir hier.

Bienenstöcke aus Holz auf einer Wiese im Morgengrauen
Eine Reihe Bienenstöcke am Rand einer Wiese, kurz nach Sonnenaufgang.

Woher das Bienenwachs kommt

Bienen bilden Wachs in kleinen Drüsen an der Unterseite ihres Hinterleibs. Es erscheint als winzige, durchsichtige Plättchen, die sie kauen und zu Waben formen. Dafür braucht es sehr viel Nektar: Imker sprechen meist von sechs bis acht Kilo Honig für jedes Kilo Wachs. Nichts daran geht schnell, und deshalb war Bienenwachs schon immer kostbar.

Bei der Honigernte werden die Zelldeckel abgeschnitten, um die Zellen zu öffnen. Der Honig fließt heraus, die Deckel bleiben zurück. Geschmolzen, gefiltert und zu Blöcken gegossen, werden sie zu dem sauberen, goldenen Wachs, das wir gießen. Alte Brutwaben, dunkler und schwerer, bleiben im eigenen Kreislauf des Imkers und gelangen nie in unsere Kerzen.

Jede Kerze beginnt mit einem Rahmen, der ins Morgenlicht gehalten wird.

Worauf wir achten

Wir zertifizieren niemanden selbst und möchten auch nicht so tun, als ob. Worauf wir achten, ist einfach, und wir prüfen es persönlich vor Ort.

  • Wachs aus den Zelldeckeln der Honigwaben, nicht aus alten Brutwaben.
  • Nur reines Bienenwachs: kein Paraffin, keine Mischungen, geprüft bei jeder Charge, die wir erhalten.
  • Genug Honig im Stock, damit die Bienen gut über den Winter kommen.
  • Imker, die wir beim Namen kennen und an deren Bienenstöcken wir selbst gestanden haben.

Zurück den Hügel hinunter

Um neun liegt die Sonne auf den Stöcken, und die Bienen fliegen in großer Zahl. Die Deckel kommen wieder darauf, der Smoker wird in einem Eimer Sand gelöscht, und im Transporter gibt es Kaffee. Die Zelldeckel werden in den folgenden Wochen geschmolzen und gefiltert, und die Blöcke gehen weiter in unser Atelier, wo der langsame Teil von Neuem beginnt.

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